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Entlang dem Lake Ontario

Im Presqu`ile Provincial Park

Von Kingston nach Toronto folgte ich überwiegend dem „Waterfront Trail“. Leider ist das kein separater Radweg, wie der Name es vermuten lässt. Es handelt sich meist um kleine Straßen, die sich aber dicht oder direkt am Ufer des Sees befinden. Die Hälfte der Strecke ist gleichzeitig der „Loyalist Parkway“. Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Engländer flohen viele königstreue Familien und besiedelten das kanadische Nordufer des Lake Ontario. Da sie loyal zur englischen Krone standen, nannten sie sich die „Loyalisten“. Ich sah noch viele Union Jack an Häusern oder in Vorgärten wehen. Ob aus Überzeugung oder Tradition, wer weiß. Ich hatte keine Gelegenheit, jemanden zu fragen.

 

Mein Weg führte mich über die Halbinsel Prince Edward County, die mich mit Weinanbau überraschte. Viele Wineries am Straßenrand luden zum Probieren ein. Ein ausgewanderter Deutscher erzählte mir, dass von hier einige der besten Weine Kanadas kommen, die internationales Niveau haben.
Wieder auf dem Festland machte ich einen Abstecher zum Presquìle Provincial Park, der die gesamte Spitze einer kleinen Halbinsel ein-nimmt. Dort gefiel es mir so gut, dass ich gleich drei Nächte blieb.
Je mehr ich mich Toronto näherte, desto weniger Campingplätze fand ich und es wurde zunehmend schwer, bei der dichter werdenden Besiedelung eine gute Schlafstelle zu finden. Meinen letztes „wildes Camp“ war in der Marina von Newcastle, wo ich wenige Meter vom Seeufer das Zelt aufbaute. Ich übernachtete gerne bei den Marinas, da ich dort immer ordentliche und vor allem geöffnete Sanitärhäuser vorfand. Die Freizeitkapitäne wollen es gepflegt haben.
Mit dem Erreichen der Vororte der Sechs-Millionen-Metropole Toronto war es vorbei mit gemütlichem Radeln. Die kleine Landstraße wurde schnell zur sechsspurigen Einfallstraße, obwohl sie im Stadtgebiet parallel zur achtspurigen Autobahn führt. Und mit der Gelassenheit der kanadischen Autofahrer war es auch vorbei, im Großstadtdschungel stört ein Radfahrer und das ließen mich viele spüren. Nach 54 Stadtkilometern war ich froh, ohne Schramme auf dem Stadtcampingplatz angekommen zu sein.         

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Christine (Mittwoch, 02 Oktober 2019 21:22)

    Wie immer sehr schöne Bilder !!!

  • #2

    Georg (Mittwoch, 02 Oktober 2019 21:40)

    Danke Erni