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Kaum in Ottawa, schon im Gefängnis

Mein Zellentrakt

Von Aylmer nach Ottawa dann das extreme Gegenteil zum Vortag. Es gibt dort einen breiten, zweispurig asphaltierten Radweg, der immer parallel zum Ottawa River entlang führt. Das war Genuss pur. Hinter einer der Flussbiegungen tauchte die Skyline der kanadischen Hauptstadt auf und kurze Zeit später überfuhr ich den Fluss und war so nicht nur in Ottawa, sondern auch wieder in Ontario.

 

Ottawa ist sehr fahrradfreundlich. Es gibt breite Rad-wege und oft haben die Radler ihre eigenen  Ampeln. Und da es auch noch sonntags war, war die Fahrt in die Innenstadt sehr entspannt. Doch kurze Zeit später erhöhte sich mein Blutdruck. Ich landete im Gefängnis!!!
Aber das wusste ich seit ein paar Tagen schon, als ich im Internet ein Zimmer im Hostel buchte. Ottawas Hostel ist in einem ehemaligen, restaurierten Gefängnis. Und das ist dort Programm. Das Gefängnis wurde 1862 eröffnet und als historisches Gebäude gelten hier Regeln wie in Deutschland der Denkmalschutz. An dem Haus durfte kaum etwas verändert werden. Die Gäste schlafen in Zellen, statt in Zimmern. Statt Türen gibt es überwiegend Gitter und auch die wenigen Fenster sind vergittert. Nur bei den Sanitäranlagen hatte man ein Einsehen und verhindert das Einsehen durch Türen.
Mir wurde die Zelle 426 zugeteilt, wobei die Zellen eher Verliese sind. Es passt gerade ein Bett hinein und vor diesem konnte ich meine Packtaschen abstellen, dann war die Zelle voll. Ein Fenster gibt es natürlich nicht. 1862 hatten es die Gefangenen nicht so gut wie heute.
Aber alle nehmen das hier mit Humor und jeder der zum ersten Mal vor seiner Zelle stand, musste kichern. Ich hörte von niemandem, der wieder abreiste.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Georg (Donnerstag, 05 September 2019 05:26)

    Danke! Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!

  • #2

    Inga (Donnerstag, 05 September 2019 18:45)

    Ich bin so froh, dass sie dich wieder raus gelassen haben! Hab dir ja schon geschrieben, dass ich für die Kaution hätten singen gehen müssen und das ist echt ein hartes Geschäft in Berliner U-Bahnen. Aber witzige Idee mit dem Gefängnis.
    Vive la Liberté!
    Und weiterhin gute Fahrt wünsche ich dir. Und Schwager Klaus schließt sich an.