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Im Algonquin Provincial Park

Mit dem Kanu unterwegs

 

Der Weg zum Park war beschwerlich. Es ging immer hoch und runter. Das bin ich ja schon gewohnt, aber diesmal gab es kaum gerade Abschnitte zwischen bergab- und bergauf. Da konnten sich die Muskeln nicht erholen. An einem See fand ich einen Picknicktisch, wo ich eine längere Pause einlegen konnte. Ziemlich geschafft kam ich im Algonquin Park an und zum Glück bekam ich gleich beim ersten Campingplatz am Tea Lake einen Zeltplatz. Das war gar nicht so selbstverständlich, denn der Park ist in der Saison oft auf Wochen im Voraus ausgebucht.
Der Algonquin Park ist eines der beliebtesten Ziele in Ontario. Er existiert bereits seit 1893 und wurde gegründet, um die Natur vor der Ausbeutung zu schützen. Der Park verfügt über einen besonders wertvollen Baumbestand. Er ist halb so groß wie Schleswig-Holstein und hat fast 2000 Seen, die durch 1500 KM Kanurouten verbunden sind. In dem Park gibt es noch echte Wildnis mit Bären, Elchen, Wölfen, Bibern und vielen anderen Tieren. Der Park ist das ultimative Ziel für Kanuten.

 

Am ersten Tag machte ich eine kleine Wanderung ent-lang des Oxtongue Rivers. Die war nichts Besonderes, da der Fluss um diese Jahreszeit wenig Wasser führt. Meine Kanutour am nächsten Tag war schon wesentlich anspruchsvoller. Um 6 Uhr 30 war ich der erste Kunde beim Kanuverleih, denn jeder Kanute in Kanada träumt vom saufenden Elch am Ufer in der Morgendämmerung. Aber die Elche taten mir keinen Gefallen, sodass dieser Ausflug eher unter sportlicher Betätigung einzureihen war.
Im Sommer ist der Park nicht so spektakulär wie im Herbst zurzeit des Indian Summer und er ist eindeutig mehr für Kanu-Anhänger, als für Wanderer oder Radler. Da ich im Oktober noch einmal den Park besuchen werde, beließ ich es bei fünf Tagen.
Auf dem zweiten Campingplatz am Pog Lake gab es Bären-Alarm. Am Tag vor meiner Ankunft streifte ein Schwarzbär über den Platz. Dumme Touristen hatten irgendwelche Essensreste oder Vorräte, trotz aller Vorschriften und Warnungen, auf dem Tisch liegen lassen. Das ist für einen Bären eine First Class-Einladung. Als Zelter bekam ich gleich bei der Ankunft einen Schlüssel für ein Schließfach für die Vorräte und man teilte mir einen Zeltplatz zu, der nah an den Schließfächern war. Für diese Nacht lag mein Bärenspray besonders dicht neben der Luftmatratze. Doch es blieb alles ruhig.       

 

 

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