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Auf der Bruce Peninsula

An den Klippen des Lake Huron im Bruce Peninsula Nationalpark

 

Die Chi-Cheemaun (übersetzt „Schnelles Kanu“) brachte mich zur nördlichen Spitze der Bruce Peninsula nach Tobermory. Schon kurz nach dem Ablegen war rings um das Schiff kein Land am Horizont zu sehen. Ich hätte auch auf der Ostsee oder dem Mittelmeer schippern können.
Tobermory ist ein nettes Dorf, das früher vom Fischfang und heute vom Tourismus lebt.
Ich richtete mich außerhalb im Tobermory Village Campground ein und erkundigte mich später im Dorf über die Freizeitmöglichkeiten der Gegend. Schließlich gibt es hier gleich zwei, dicht beieinander- liegende, Nationalparks mit vielen Wanderwegen und diversen Bootsausflügen. Ich reservierte mir für den nächsten Morgen ein Kajak, um zu Schiffswracks zu paddeln, die hier in der Bucht bei Stürmen kenterten. Dieser Küstenabschnitt des Lake Huron ist für das besonders klare Wasser bekannt, sodass die Wracks von der Wasseroberfläche aus gut zu sehen sind. Um 9 Uhr sollte ich losschippern, da ab 10 Uhr Ausflugsschiffe mit Glasboden zu den Wracks fahren. Doch dieser Plan fiel leider ins Wasser. 
Nachts fing es an zu stürmen und regnen und es hörte nicht vor dem nächsten Mittag auf. Der Campingplatz verwandelte sich in eine kleine Seenlandschaft, die Wege in braune Bäche. Als langjähriger Camper habe ich einen Blick für Stellplätze und so hatte ich das Zelt an der höchsten Stelle meines Platzes aufgebaut. Im Zelt blieb alles schön trocken und an der Stelle, wo normalerweise die Zelte stehen, war eine riesige Pfütze. Zu meinem Glück verfügt der Campingplatz über Shelter (überdachte Picknicktische), so dass ich trotz des heftigen Regens in Trockenheit frühstücken konnte. Da mich nichts in den Regen hinaustrieb, wurde es ein kombiniertes Frühstücks-Mittagessen.
Das Wetter war dann noch gnädig mit mir und schickte wieder reichlich Sonnenschein. Ich fuhr in den Bruce Peninsula National Park und wanderte entlang der Lake Huron Küste. Die Brandung hat in Tausenden von Jahren Höhlen in die, teilweise bis zu 40 Meter hohe, felsige Steilküste gespült. Es war eine traumhaft schöne Wanderung und teilweise Kraxeltour entlang des glasklaren, abwechselnd türkis und blau schimmernden Seewassers. Der Höhepunkt dieses Trails ist die „Grotte“, eine besonders interessante, geflutete Höhle. Zu meiner Überraschung war hier viel los, denn dorthin führt noch ein direkter Weg. Während ich auf dem Ufertrail fast alleine unterwegs war, kann die  Grotte und die kleine Bucht daneben als Badewanne von Tobermory bezeichnet werden. Ich hatte Mühe, ein Foto ohne Badende zu schießen. Toll war es trotzdem. Leider hatte ich keine Badehose mit.
Am nächsten Tag wollte ich die Kajaktour nachholen, aber trotz Sonnenschein war es noch immer sehr stürmisch mit entsprechendem Seegang. Da wagte ich mich nicht alleine aufs Wasser.       

 

 

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