Winnipeg - die Hauptstadt von Manitoba

Downtown Winnipeg

 

Winnipeg, die Hauptstadt von Manitoba, ist eine quirlige Stadt, die schnell wächst und bald eine Million Einwohner erreicht hat.
Wie die meisten nordamerikanischen Großstädte ist auch hier die Stadt eher „zweckmäßig“ und hat städtebaulich nicht viel zu bieten.
Das Gebäude der Provinzregierung ragt aus dem Einerlei heraus und ich wollte nur mal einen Blick hineinwerfen. Ich rechnete damit, gleich wieder hinausgebeten zu werden. Aber nein. Die Security tauschte meinen Personalausweis gegen einen Besucherausweis und dann durfte ich mich im gesamten Gebäude völlig frei bewegen und alle „öffentlichen“ Räume betreten. Auch das Fotografieren wurde mir gestattet. Die Eingangshalle wird von zwei lebensgroßen Bisons, dem Wappentier von Manitoba flankiert, und ist schon sehr eindrucksvoll. Ich sah Sitzungssäle, eine internationale Bibliothek zur Information der Regierungs- und Parlamentsmitglieder, kam an den verschiedenen Ministerien vorbei, streifte die Büros der Opposition und selbst zur Bürotür des Premierministers kam ich ungehindert. Man merkt, dass hier zum Glück noch nie etwas passierte.

 

Einen halben Tag hielt ich mich im „Museum for Human Rights“ auf, ein international viel beachtetes Haus. Alleine die Architektur sollte schon ein Besuch wert sein. Aber auch die Ausstellung über sechs Stockwerke ist äußerst interessant und sehr bewegend. Der Besucher wird nicht nur mit der Geschichte und Bedeutung der Menschenrechte „bedient“, sondern in vielen Projekten aufgefordert sich aktiv gegen Rassismus, Hass, Gewalt und Unterdrückung einzubringen.

 

Am Stadtrand gelegen besuchte ich „The Mint“ (die Münze), die Münzprägeanstalt Kanadas, die zu den kanadischen Münzen noch die von über 70 anderen Ländern prägt. Mit Maschinen, die 50 Tonnen Pressdruck erzeugen, werden hier über 1.000 Münzen pro Sekunde hergestellt. Aber auch olympische Medaillen, Gedenkmünzen und Vieles mehr, was mit Prägung zu tun hat, wird hier erzeugt.
Wirklich sehenswert ist der Stadtteil „French Quarter“. Ohne die vielen amerikanischen Autos hätte ich mich auch in einem ruhigen, alten Stadtteil von Paris befinden können. Die ziemlich „frankophil nationalistischen“ Kanadier vermeiden nun wirklich alles, was nicht französisch ist. Kanada hat mit Englisch und Französisch zwei Amtssprachen und im angelsächsischen Teil Kanadas wird auch alles zweisprachig ausgewiesen. Das nimmt manchmal schon groteske Züge an, wenn z. B. auf Straßenschildern hinter jedem „East“ noch ein „Est“ steht oder noch schöner, bei Bauarbeiten gibt es ein Schild „Detour“ und ein weiteres „Dètour“ (Umleitung). Doch wo französischstämmige Kanadier in der Mehrheit sind, gibt es nicht eine englische Silbe. Für mich ist das schon befremdlich.
Im French Quarter fand ich eine Bäckerei und ich freute mich so richtig auf das Baguette, denn das kanadische Labberzeugs, welches hier als Brot verkauft wird, kann ich nicht mehr sehen. Doch weit gefehlt. Ein leckeres, knuspriges Baguette, wie man es in jedem französischen Dorf bekommt, kriegen die hier auch nicht hin.

 

     

 

       

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Günter Theel (Sonntag, 20 August 2017 17:59)

    Lieber Ernst, wir wünschen Dir eine gute Heimkehr - Junge, komm bald wieder ...herzlich grüßen Inga und Günter (aber: hier regnet es! Meistens!)

  • #2

    Ernst (Sonntag, 20 August 2017 18:56)

    Danke, Ihr Lieben! Es wird schon alles klappen.
    Bis bald in Hamburg.
    Euer Ernst

  • #3

    Christiane Metz (Freitag, 13 Oktober 2017 09:17)

    ***** für den tollen Reisebericht *****für den Menschen - meine Bewunderung!
    Kanada ist auch für mich ein Reiseziel - allerdings einer Seniorin entsprechend mit "ein bißchen" mehr Luxus!
    Gute Wünsche für Ihre weiteren Unternehmungen!
    Vielleicht treffe ich einmal wieder auf Sie, lieber Herr Weber, im Taxi.
    Sehr herzliche Grüße vom Taxigast Christiane Metz
    13. Oktober 2017