Mit dem Zug nach Manitoba

Deswegen fahre ich mit dem Zug

 

Am nächsten Tag checkte ich zur Sicherheit den Weg zum Bahnhof. Das war gut so, denn das Navi war nicht auf dem neuesten Stand und wollte mich auf Straßen schicken, die es gar nicht mehr gab. Der „Bahnhof“, auch hier eine triste Zweckhalle zwischen vielen Gleisen in einem Industriegebiet, war natürlich geschlossen. In diesem riesigen Land gibt es nur diese eine West-/Ost-Zugverbindung von Vancouver nach Toronto. Der Zug fährt nur dreimal in der Woche und die sogenannten Bahnhöfe öffnen nur zwei Stunden vor Zugankunft und ist der weg, wird sofort wieder geschlossen. Ich hatte also ein kleines Risiko, gar keine Fahrkarte mehr zu bekommen. Denn wer weiß schon, wie voll der Zug ist. Hier sind schließlich Ferien.

 

Aber am nächsten Morgen bekam ich meine Fahrkarte, aber nicht die, die ich wollte. Von der Zugfahrt nach Edmonton hatte ich noch den Via Rail-Flyer und der wies eine Station genau auf der Grenze von Saskatchewan nach Manitoba aus. Dort wollte ich hin. Doch diese Station gibt es nicht mehr – gestrichen. Es stiegen kaum Leute ein und aus, wurde mir erklärt. So blieb mir nichts anderes übrig, als den ersten Bahnhof in Manitoba, das Städtchen „Rivers“ zu buchen. Denn der einzige Bahnhof davor, folgte ziemlich dicht hinter Saskatoon. Da hätte sich die Zugfahrt nicht gelohnt.

Die Ausblicke aus dem Fenster bestätigten mir, dass meine Entscheidung richtig war. Ich fuhr stundenlang nur durch eintöniges, flaches Grün. Die einzige Abwechslung war ein grauer „Berg“. Dort wird Pottasche (Kaliumkarbonat) abgebaut.
Ich vertiefte mich in mein E-Book oder döste vor mich hin.     

 

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