Lake Louise

Der Lake Louise vom Gipfel des "Little Behive" aus 2.225 m Höhe.

 

 

Die zwei Tage in Banff vergingen wie im Flug und ich war wieder „on the road again“. Straße auch deshalb, weil ich ab hier einen Ausflug vom TCT mache, denn der führt von Banff Richtung Süden nach Calgary.
Ich aber wollte noch die Rockies weiter genießen und unbedingt den berühmten und spektakulären "Icefield Parkway" sehen, der bei Lake Louise beginnt und in den Jasper Nationalpark führt. (ich hatte von Steigungen noch nicht genug 😉) und radelte den kleinen Bow Valley Parkway nach Lake Louise. Dort hatte ich für drei Nächte ein Bett im Hostel reserviert, denn ich plante zwei besondere Wanderungen.
Als ich früh morgens in Banff losfuhr, hatte ich nur 9° und mein Freund der Rückenwind meinte es heute nicht so gut mit mir und pfiff mir eisig entgegen. Nach dem Zwiebelprinzip hatte ich vom Unterhemd bis zum Sweatshirt fünf Lagen an. Trotzdem brauchte ich die Bewegung, um auf Temperatur zu kommen. Es war überwiegend dicht bewölkt und das  Thermometer zeigte selbst am Mittag nicht mehr als 14° an.    
Vom Hostel in Lake Louise Village bin ich sehr überrascht. Ein sehr schönes, auch im Blockhausstil errichtetes, Gebäude mit dem Komfort eines Hotels. Ich wurde in ein 4er-Zimmer mit eigenem Bad einquartiert. Alles ist pieksauber, die Küche im Keller toll ausgestattet und man gibt sich sehr viel Mühe, die internationale Hostel-Atmosphäre zu fördern. Einziges Manko: Das Internet ist hier dermaßen langsam, dass beim Aufrufen meiner Webseite immer wieder wegen „Zeitüberschreitung“ ein Abbruch erfolgte.

 

Am ersten Tag fuhr ich mit dem Rad hoch zum Lake Louise. Trotz starker Bewölkung war dort der Teufel los. Bereits um 10 Uhr waren alle Parkplätze voll und man schickte die Autos wieder weg. Als ich angeradelt kam, deutete der Polizist auch ein Zeichen des Umkehrens an, machte aber grinsend die Absperrung auf. Am Ufer des Sees gab es eine internationale Völkerwanderung, besonders die vielen Chinesen fielen (unangenehm) auf.
Doch nach 500 m zweigt vom Uferweg der Wanderweg in den Wald ab und ab dort waren nur noch eine Handvoll Menschen am Kraxeln. Ich hatte mir den langen Rundwanderweg unter anderem zum „Little Beehive“-Gipfel auf 2.225 m Höhe ausgesucht. Es war schon ein Jammer, daß  ausgerechnet jetzt das Wetter nicht so mitspielte. Oben angekommen, fing es sogar etwas an zu regnen. Die Sicht nach unten auf den See ist spektakulär, aber bei Sonnenschein ist das Türkis des Gletscherwassers noch viel intensiver. Und Fernsicht über die Rockies gab es gar nicht. Nur den Beginn der Gletscherhochebene auf 2.900 m konnte ich sehen. Die 3.500er Bergriesen dahinter verschwanden in den Wolken.   
Es tat gut, durch das Wandern auch mal andere Muskeln zu beanspruchen. Aber als ich nach etwas über 20 km wieder unten am See ankam, merkte ich schon, dass ich meinen Körper in letzter Zeit sehr „herangenommen“ hatte. Zum Glück brauchte ich vom See die fünf Kilometer zum Dorf nicht zu treten, da es nur bergab geht.
Unten angekommen, erkundigte ich mich nach einer Busverbindung zum Moraine Lake, meinem morgigen Wanderziel. Ich muss meine Kräfte ein bisschen einteilen.        

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Christiane Metz (Donnerstag, 12 Oktober 2017 16:59)

    großartig - einfach großartig!!!