Fort Steele - eine Museumsstadt

Das historische Fort Steele

 

Am Morgen nach der Passquerung schlief ich bis 9 Uhr. Normalerweise wecken mich morgens kurz nach 5 Uhr die Krähen, die mit ihrem lauten Gekrächze den Tag einläuten. Ich schlafe dann zwar wieder ein, aber ich werde immer wach. Diesen Morgen hörte ich nichts dergleichen.  
Ich packte gerade das Zelt ein, als ein 4x4 Pick up kam und ein Uniformierter ausstieg. Er begrüßte mich sehr freundlich und stellte sich als „Natural Resource Manager“ vor. Ein Beamter von der Naturschutzbehörde. Er lobte mich, weil ich kein Feuer anhatte und mit fachmännischem Blick erwähnte er, dass auch gestern Abend keins brannte.  Es gilt nämlich für ganz British Columbia absolutes Feuerverbot. Zurzeit sind alle verfügbaren Mitarbeiter unterwegs, um dessen Einhaltung sicherzustellen. Nach dem Aufbruch war ich auch schon drei Stunden später bei Anni und Jim. Wie angekündigt waren sie nicht da. Als ich mein Zelt im Garten aufbaute, kam eine ältere Dame und begrüßte mich im Swizzerdütsch. Sie heißt Lisa und ist die Nachbarin von Anni und Jim. Man hatte ihr gesagt, dass ich kommen würde. 

 

Am nächsten Tag, Anni und Jim hatten zu tun, fuhr Lisa mit mir zum Fort Steele. Es entstand in den 1860iger Jahren in der Zeit des Goldrausches und wuchs später zu einer Kleinstadt heran. 1898 lebten dort schon 1.000 Menschen. Für damalige Verhältnisse eine Großstadt. Nach dem Goldrausch, um die Jahrhundertwende, schrumpfte der Ort wieder und versank in die Bedeutungslosigkeit. 1950 erweckte man den Ort zu neuem Leben und seit 1961 ist er eine Museumsstätte für die Zeit der Besiedelung des Landes.

 

Alle Geschäfte, Handwerksbetriebe, Saloons und auch das Theater sind in Betrieb und zeigen das Leben der damaligen Zeit. Überall sind Schauspieler in historischer Kleidung, die in der alten Schneiderei hergestellt wird, und führen typische Szenen des Lebens auf, wie es damals war.
Ein schöner Ort und etwas Kultur war eine willkommene Abwechslung zur „Natur satt“.      

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Georg Weimer (Samstag, 15 Juli 2017 23:34)

    Wie schön, dass du dir den Pausentag gegönnt hast. Deine Füße sahen schon erschreckend aus. Wie gut, dass du die Schuhe noch anhattest. Fährst du eigentlich nur mit diesen Schuhen? Alles GUte dein Volksdorfer.

  • #2

    Inga (Montag, 17 Juli 2017 17:18)

    Hi kleiner großer Bruder, was für eine Leistung. Respekt! Ich wette, du hast auch ordentlich geflucht und das kann da ja niemand hören. Urschrei-Therapie ;)
    Aber ausdauernd warst du ja schon immer.
    Mir hat auch dein Resümee gefallen, ich glaube, dieser Trip wird dich sehr verändern.
    Und wie schön, dass dir dann Helfer begegnen! Sichtbare, die unsichtbaren sind ja immer um dich herum o:)))
    Fühl dich umarmt (( <3 )) and take care
    Inga

  • #3

    Ernst (Donnerstag, 20 Juli 2017 06:13)

    Hallo Georg,
    ja! Wenn es so heiss ist, trage ich die Sandalen. Das ist praktisch, denn hier kommt oft ein kühler Bach den Berg herunter. Da kann ich mal kurz die Füße reinstecken.
    Liebe Grüße und danke für die treue Begleitung!!!!

  • #4

    c (Donnerstag, 12 Oktober 2017 16:36)

    Fort Steele, sehr interessant!