Ich bin wieder da und Nachtrag zu meinen Gastgebern

Anni und Jim. Meine Gastgeber in Wycliffe (und Loki musste mit aufs Foto).

 

Mangels Internet war ich ein bisschen abwesend und hole jetzt ein paar Tage auf.

Aber zuerst will ich noch einige Beispiele der wunderbaren Gastfreundschaft der Kanadier schildern, die ich erleben durfte.

 

Ich erzählte bereits von dem Farmer, bei dem ich nur 4 Eier kaufen wollte. In den Geschäften bekommt man fast nur 12er-Packungen. So auch bei ihm. "12 Eier - 3 Dollar" stand an der Einfahrt zur Farm. In meiner Eierbox waren noch zwei Supermarkteier und so brauchte ich nur vier Stück.Der Farmer war gleich einverstanden und verschwand mit meiner Box im Hühnerstall. Mit der Bemerkung, dies sei sein Beitrag zu meiner Reise, lehnte er eine Bezahlung ab. Als ich später die Eierbox öffnete, sah ich, dass er die zwei (alten) Eier gegen seine frischen austauschte. So schenkte er mir "heimlich" sechs superfrische Eier.

 

In Castlegar auf dem Campingplatz campten mir gegenüber Großeltern mit ihrem Enkelsohn. Opa und der Junge waren angeln und hatten zwei prächtige Exemplare aus dem Fluss geholt. Spontan wurde ich zum Abendessen eingeladen. Andere Nachbarn kamen auch noch dazu. Sie brachten noch Salate und gebratenes Hühnchen mit und ich wurde ordentlich durchgefüttert. Man bestand darauf, dass ich "richtig reinhaute", denn schließlich brauchte ich Power für die Tour.

 

Meinen bisher (und hoffentlich zukünftig) härtesten Trailabschnitt hatte ich auf dem Gray Creek Pass. Ich berichte später davon. Es war bereits früher Abend, als mich auf dem Trail ein großer Four-Wheeler langsam überholte. Ich wurde sofort gefragt, ob ich Wasser bräuchte. Die beiden stellten sich mit Anni und Jim vor und sie waren sehr begeistert von meiner Reise und das ich diesen Pass bewältigt hatte. Ich bekam einen guten Tipp für einen Übernachtungsplatz in 10 km Entfernung und eine Einladung zu sich nach Hause.  "Morgen Abend gibt es Elchsteak. Wenn du kommst und niemand ist zu Hause, baue dein Zelt im Garten auf". Am nächsten Nachmittag war ich da und wurde zwei Tage sehr verwöhnt. Sie meinten, ich müsse mich von der Strapaze der Passquerung erholen. Es gab nicht nur leckeres Essen, ein eigenes Bad mit Waschmaschine, wir hatten auch viele nette Gespräche. Da beide nicht immer da waren, überließen sie mir ganz selbstverständlich ihr Heim. Das ist kanadische Gastfreundschaft!

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Christiane Metz (Donnerstag, 12 Oktober 2017 08:50)

    so was gastfreundliches - das kann man besonders in der wilden weiten Natur erleben, wo das Überleben von Wasser und Hilfe abhängt - tolle Erfahrungen!

  • #2

    Christiane Metz (Donnerstag, 12 Oktober 2017 08:52)

    Anni und Jim haben eine tolle "Hütte" - und den tauglichen Wagen vor der Tür - dort kann man ihn wirklich brauchen

  • #3

    Ernst Weber (Donnerstag, 12 Oktober 2017 22:39)

    Ja, das Haus ist wirklich sehr schön. Jim hat es selbst entworfen. Das Holz stammt vom Grundstück der Familie Vancouver Island.
    Und so ein Auto braucht man dort.