Schnee in den Bergen - Landstraße statt Trail

Die nächste Nacht verbrachte ich am schönen Cultus Lake auf einem der staatlichen Camps. Diese Campgrounds haben drei Dinge gemeinsam: sie liegen in wunderschöner Natur, sind sehr spärlich ausgestattet und mit $ 35,- pro Nacht sehr teuer. Da übernachte ich auf einem privaten Platz mit ausreichendem Sanitärkomfort, Waschküche, Strom und Wi-Fi deutlich billiger. Allerdings selten in so schöner Umgebung. Und da ich meistens durch diese schöne Natur schon fahre, werde ich es mir zukünftig überlegen, die "BC-Parks" (British Columbia) zum Übernachten zu benutzen.

Vom Cultus Lake aus suchte ich den Einstieg in den TCT und zum Glück sprach mich ein junger Mountainbikeradler an. Ein ganz kerniger Bursche, der alle Trails der Gegend in und auswendig kennt. Und einer der mitdachte, denn als er von meiner Absicht hörte, über der TCT nach Hope zu fahren, winkte er gleich ab: "Da kommst du auf über 1.000m Höhe und da liegt noch Schnee. No way!!!!!". Dafür bekam ich den Tipp, statt der stark befahrenen Landstraße einen Umweg von 30 km zu machen, um zur anderen Seite des Fraser Rivers zu wechseln. Dort gibt es eine kleine, ruhige Landstraße nach Hope. Gesagt getan. Dazu musste ich aber erst einmal die "Yale Road East" entlang. Ich berichtete schon einmal von fünfstelligen Hausnummern. Auf dieser Straße kam ich, bevor ich zur Brücke abbog, auf über 50.000! Auch ein Indikator für die Größe Kanadas. Das Wetter blieb stabil, ich kam mit leichtem Rückenwind gut voran und versüßte mir den Umweg mit einer Kaffee und Kuchen - Pause. Der homemade "German Apple-Strudel", den ich in einem Dorf entdeckte, schmeckte ausgezeichnet. Unterwegs lernte ich so nebenbei, warum Beethoven die 9. Sinfonie nicht vollendete: er hatte sich den Bauch mit Pizzen vollgeschlagen!!! Gegen Abend schlug das Wetter wieder um, Regenklamotten raus und bei nasser Kälte und tief stehenden Regenwolken erreichte ich das Städtchen Hope. Diesen Namen verband ich mit der Hoffnung auf besseres Wetter. Hope ist ein reiner Touristenort, so dass ich zwischen vielen Campingplätzen auswählen konnte. Ich entschied mich für einen direkt am Fluss, mit schöner Wiese unter Bäumen und allem was ich benötigte, um mein allgemeines Pflegeprogramm absolvieren zu können (Körper, Wäsche, Fahrrad). Das Ganze für den Biker-Preis von $ 15,-.   

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Kommentare: 3
  • #1

    Georg Weimer (Dienstag, 20 Juni 2017 15:26)

    Danke dir lieber Erni, ich begleite dich.

  • #2

    Der Heidjer Radler (Donnerstag, 22 Juni 2017 21:27)

    wie gesagt, deine Berichte sind besser als ein spannendes Buch.
    Auch begleite durch weiter hin.

  • #3

    Christiane Metz (Mittwoch, 11 Oktober 2017 17:38)

    na, da kann ich ja als Leser auch mal aufatmen nach all den Anstrengungen des Lesens