Vancouver - die arme Metropole

Ich wohne ziemlich zentral, in Hamburg vergleichbar mit St. Georg. Heute ging ich mal zu Fuß in die Innenstadt und war erschrocken über das Ausmaß der Obdachlosen, Bettler und armen Leuten, die hier unterwegs waren oder lagerten. Einzelne Menschen sieht man überall oder auch schon mal eine Ansammlung in bestimmten Gegenden. Hier aber ist es ein kompletter Stadtteil. So eine Vielzahl von armen Menschen, die auf der Straße leben, habe ich noch nie gesehen. Vielleicht hat die Stadt auch irgendwelche Maßnahmen unternommen diese Menschen woanders zu vertreiben, um sie hier zu konzentrieren? Vielleicht aus Gründen der „Aufsicht“? Oder wegen der "Optik"? Natürlich würden sich solche Szenen am Canada Place neben den Kreuzfahrtriesen nicht gut machen.

 

 

Ich laufe ganze Straßenzüge entlang durch „dieses Milieu“, es will nicht enden. Bis auf harmloses Anbetteln werde ich aber in Ruhe gelassen. Das hatte ich vor 11 Jahren nicht gesehen.
Später komme mit einem Herren ins Gespräch und der erzählt mir, das Vancouver an einer, sich immer weiter öffnenden, Schere leidet: die industriellen Arbeitsplätze sind ständig rückläufig, die dabei entstehenden Arbeitslosen finden in der boomenden „New Economy“ keine Arbeit und gleichzeitig wird das Leben in der Stadt immer teurer. Nur noch die Gutverdienenden können sich das Leben hier leisten. Viele müssen abwandern und in andere Provinzen ("Bundesländer") ausweichen. Von der fast 3 Mio. Metropole z.B. in das Yukon Territory mit seinen nur 38000 Einwohnern.Diese Gebiete profitieren, weil in diese Einsamkeit sonst niemand will.

 

Reiches und armes Vancouver.

 

Aus Respekt vor den Menschen verzichtete ich auf das Fotografieren.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Der Heidjer Radler (Montag, 19 Juni 2017 23:46)

    Klasse mit den nicht Foto. Das ist auch für mich neu der sozialen Schere. Damals war es eine aufblühende Metropole.
    Es waren viele reiche hongkong Chinesen eingewander. Da war es noch Britisch. Die hatten Angst vor der neuen chinesischen Regierung ab 1999.